"...ICH WÜNSCHE MIR AUCH NOCH, DASS CORONA EINFACH SO NICHT MEHR SO VIEL GETESTET WIRD. UND DANN, DASS EINFACH CORONA LANGSAM VERSCHWINDET."

Maurice: Mein Name ist Maurice Janich, ich bin Pädagoge und Visualisierungstherapeut, ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen und ich habe es mir in der Coronazeit zur Aufgabe gemacht, Kindern eine Stimme zu geben und sie zum Thema: „Masketragen in der Schule“ zu interviewen. Und heute habe ich den 10-jährigen Florian hier, Florian besucht ein Gymnasien. Herzlich willkommen, lieber Florian!

 

Florian: Hallo!

 

Maurice: Lieber Florian, dann starte ich gleich mal mit der ersten Frage: Erzähl`mir doch mal, wann musst du die Maske in der Schule tragen?

 

Florian: Wenn ich auf den Schulhof komme. Und im ganzen Gebäude, auch wenn ich an meinem Platz sitze. 

 

Maurice: Das heißt, ihr Kinder müsst in eurer Schule die Maske auch im Unterricht tragen?

 

Florian: Ja.

 

Maurice: Hhm, müsst ihr das bei allen Lehrern oder gibt es da Ausnahmen?

 

Florian: Nein, eigentlich kein Lehrer, woll, fast keiner glaubt daran.

 

Maurice: Ok, das heißt, ihr müsst bei allen Lehrern die Maske im Unterricht tragen?

 

Florian: Ja. Wir sind 1000 Kinder und nur fünf Elternteile glauben nicht an Corona. Das ist ganz schön gruselig.

 

Maurice: Hhm... Florian, welche Gedanken und welche Gefühle entstehen denn in dir, wenn du die Maske tragen musst? Kannst du mir das so`n bisschen beschreiben?

 

Florian:  Ähm, erste Sache wäre bisschen Kopfschmerzen, mal bisschen stärkere Kopfschmerzen und natürlich auch: die anderen Kinder kriegen wahrscheinlich auch Kopfschmerzen, und deswegen hab` ich auch ein bisschen Mitleid.

 

Maurice: Hhm, ok, du bekommst Kopfschmerzen vom Tragen der Maske und hast du... weißt du denn, dass andere Kinder auch Kopfschmerzen bekommen, hast du mit welchen gesprochen? Haben die dir das erzählt?

 

Florian: Also nee… ein Freund von mir... die Mama hat meiner Mama erzählt, dass… ja der Freund auch manchmal Kopfschmerzen kriegt.

 

Maurice: Ok, verstehe. Sag mal, warum trägst du denn eigentlich die Maske?

 

Florian: Ja, also ich möchte keinen Ärger bekommen und ich möchte in die Schule, weil ich da meine Freunde treffe. Und ich möchte nicht, wenn ich Zuhause bleiben würde – und da muss ich ja nicht meine Maske tragen – oder im Laden, angemeckert werde oder so. Ich will ja auch nicht, dass meine Freunde denken, dass ich Corona hab`! 

 

Maurice: Hhm... Das heißt... würdest du denn lieber Zuhause bleiben oder in die Schule gehen?

 

Florian: Ähm, ich würde Zuhause bleiben, dass ich keine Maske tragen muss, aber ich finde es blöd, dass ich, wenn ich meine Freunde treffen würde... und ja – wie ich schon gesagt hab`- dass nicht die anderen Leute denken, dass ich Corona hab`... Deshalb würd`ich lieber in die Schule geh`n, weil ich da halt meine Freunde treffe, ich kann Besuche mit meinen Freunden abklär`n - sag ich mal - und... da seh`ich meine Freunde und hab`mehr Spaß.

 

Maurice: Ok, verstehe. Florian, erzähl`mir mal, wie du dich fühlst, wenn du die Maske wieder absetzen kannst.

 

Florian: Ich fühl`mich besser, dann hab´ich... - wie gesagt - dann geht`s mir besser und da hab`ich... ich hab`mehr Freiheit, eine kleine Pause, ich kann kurz – sag` ich mal -  machen, was ich möchte... außer natürlich - wie soll ich sagen - Leute anhusten oder so was, weil das wäre auch nicht so nett... - muss ich mal sagen – und... ja, ich fühle mich mehr frei.

 

Maurice: Hhm... Würdest du die Maske denn auch tragen, wenn das freiwillig wäre? Also, wenn die Lehrer sagen würden: „Florian, wenn du die Maske aufsetzen möchtest, dann darfst du sie aufsetzen und wenn du sie nicht aufsetzen möchtest, dann musst du sie nicht aufsetzen.“

 

Florian: Ich würde sie in meiner Klasse absetzen und halt auf den Fluren und auf dem Schulhof ein bisschen, ja... wieder aufsetzen.

 

Maurice: Hhm, ok! Florian, welche Gedanken und welche Gefühle entstehen denn in dir, wenn du andere Kinder mit der Maske siehst, oder vielleicht auch erwachsene Menschen, in Bus und Bahn zum Beispiel?

 

Florian: Ähm, Männlein? Also, die sitzen ja alle ganz nebeneinander... ich find`s echt komisch - also blöd – im Bus, da darf der Busfahrer... da trägt der fast nie eine Maske, das hab ich bis jetzt geseh`n, aber alle... ja, Mitfahrer, tragen eine Maske! Und das is`wahrscheinlich... an manchen Tagen ist das ja sehr voll, dann is`das so eng und dann wird`s heiß... ja... und das find`ich nich´so toll...

 

Maurice: Das ist wahrscheinlich unangenehm.

 

Florian: Ja.

 

Maurice: Und denkst du dir auch was, wenn du die anderen Menschen mit Maske siehst?

 

Florian: Äh... was denk`ich? Ja, gute Frage, also... Also manchmal denk`ich, wenn die jetzt nicht so glücklich ausseh`n oder gucken mit den Augen, dann bin ich auch ein bisschen traurig, aber... es is`ja blöd für die und... ja... - wie ich schon gesagt habe -  oder jetzt mal erst sage: „Kopfschmerzen sind nicht so toll!“ 

 

Maurice: Ja. Florian, woher bekommst du denn Informationen bezüglich Corona? Von wem bekommst du deine Information?

 

Florian: Von meiner Mama, die hat auch Youtube... so, also, da kann man nicht mit dem schreiben, aber: er postet halt ganz viele Sachen, ähm, wo drin steht, ähm, ja irgendwas ist mit Donald Trump oder... in... die... das Corona is´nich´so gefährlich.

 

Maurice: Hhm, ok. Und guckt ihr auch manchmal die Nachrichten – oder die Mama?

 

Florian: Mama. Ne, also: ich... nich`! Manchmal guckt Mama Nachrichten, also: wir hör`n ja immer und, ähm, heute... hat Deutschland über die Russen falsch erzählt, aber die Russen erzähl`n über uns das Richtige! Das heißt: das is`Betrug - von den Radioleuten.

 

Maurice: Ja, deswegen ist das ganz wichtig, dass man immer... dass man Informationen, die man bekommt, vergleicht mit anderen Informationen, und dann recherchiert. Dass man das nicht einfach nur so glaubt, sondern dass man sich wirklich selbst drum kümmert. - Florian, ich hab`hier noch eine Frage steh`n, die heißt: „Was wünscht du dir?“ Hast du einen Wunsch?

 

Florian: Ich wünsche mir, dass wir nicht mehr im Risikogebiet sind und dass wir weniger die Maske tragen müssen und ich wünsche mir auch noch, dass Corona einfach so nicht mehr so viel getestet wird. Und dann, dass einfach Corona langsam verschwindet.

 

Maurice: Das finde ich einen sehr schönen Wunsch und... ich wünsche mir genau das Gleiche. Gibt es denn noch etwas, das ich dich nicht gefragt habe, was du mir aber noch gern erzählen möchtest?

 

Florian: Ähm... ja: Ich find` komisch, warum die Zahnärzte noch offen haben, obwohl... und man da, wenn man auf`m Stuhl sitzt... Also: warum haben die noch offen? Warum gibt es Corona? Und, äh, is`eigentlich unfair: meine kleine Schwester, die – wir waren halt beim Zahnarzt – und die wollte ja nicht... ja, zum Zahnarzt, und ich aber, … aber die Zahnärzte, die tragen eine Maske und, ähm ja, die manche Ärzte in China, die haben solche ganzen Kittel an mit... Kaputzen, eine Maske, irgendwas vor den Augen, die sind ganz eingepackt und... als ob sie im Rucksack wären, als oder, also… und man sie... durch den Rucksack schauen kann. Ich find`das komisch, dass die Ärzte, so die Zahnärzte, das nich`irgendwie machen! 

 

Maurice: Hhm. Findest du das auch komisch, dass Kinder im Klassenunterricht Masken tragen müssen und... du hast mit Sicherheit schon mal mitbekommen, dass es Veranstaltungen gibt, von Politikern zum Beispiel, die keine Maske tragen...

 

Florian: Ja! Also..., die Lehrer... guck mal: wir sitzen hier... der Lehrer sitzt da... ungefähr drei Meter Abstand... Er – zieht die Maske ab! Wir – dürfen es aber nicht, weil wir nicht so weit weg sind! Aber es ist unfair für uns, dass wir die Maske tragen müssen und der Lehrer nicht!

 

Maurice: Hhm... Ja, Florian, ich versteh`deine Gedankengänge! Und deswegen werd`ich heute nochmal mir ganz, ganz, ganz arg wünschen, dass das ganz schnell aufhört mit den Masken und ihr wieder vernünftig atmen könnt und ganz normal in die Schule gehen könnt!  Ist das was?

 

Florian: Ja.

 

Maurice: Super! Ja, lieber Florian, dann danke ich dir sehr, dass du dir heute die Zeit genommen hast, mit mir das Interview zu führen und wünsche dir erst mal alles Liebe und Gute!

 

Florian: Danke! Ich dir auch!