„Ich sollte mir doch, wenn es nicht dringend notwendig wäre, keine [Befreiung] holen, weil der psychische Schaden, der mein Kind danach erleidet, weil es anders behandelt wird, noch viel größer wäre als der gesundheitliche Schaden vom Masketragen.“

Maurice: Mein Name ist Maurice Janich. Ich bin Pädagoge und Visualisierungstherapeut. Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen und ich habe es mir in der Coronazeit zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben und sie zum Thema Maske tragen in der Schule zu interviewen. Heute habe ich kein Kind bei mir. Heute habe ich eine erwachsene Frau bei mir und zwar die Mutter Nisrine. Herzlich willkommen liebe Nisrine.

 

Nisrine: Hallo.

 

Maurice: Schön, dass du da bist und schön, dass du den Mut hast, mit mir zu sprechen. Du möchtest gern anonym bleiben und dem Wunsch komme ich natürlich immer nach. Aber du hast mir etwas berichtet schon im Vorgespräch. Vielleicht erzählst du mal, was genau passiert ist.

 

Nisrine: Also ich habe einen 8-jährigen Sohn. Der geht in die 3. Klasse, bei dem es Maskenpflicht in den Gängen und am Anfang war es auch auf dem Schulhof in der Pause, also wenn sie an der frischen Luft waren.

 

Schon ganz zu Beginn hat mir mein Sohn erzählt, dass in der Schule wohl ein Kind geweint hat und wollte nicht die Maske anhaben, musste sie dann aber trotzdem anziehen. So fing das alles an. Da kam mein Sohn nach Hause und hat mir das erzählt, dass der Junge geweint und die Lehrer ihn trotzdem gezwungen haben „Du musst das jetzt anziehen, sonst wirst du der Schule verwiesen!

 

Also er hatte selbst da schon Angst. Er hatte Angst in die Notbetreuung zu gehen. Auch weil es hieß, wenn nicht Abstand gehalten wird, wird er auch der Schule verwiesen und kriegt einen Tadel. Da hatte er schon Angst überhaupt zur Schule zu gehen, weil er Angst hatte, sich nicht an die Regeln zu halten. Er ist ja ein Kind. Er kennt sich ja und er hat viel Fantasie der Junge, spielt gerne, vergisst sich auch mal gerne und hatte dann Angst in die Schule zu gehen, weil er Angst hatte diese Regeln zu brechen und dann nach Hause geschickt zu werden.

 

Ich habe ihn dann erst mal beruhigt und habe ihm erklärt, dass ich mal mit den Lehrern reden werde und habe dann auch in der Schule das 1. Mal angerufen. Habe da mit der Sekretärin des Direktors gesprochen, die meinte „Wir können gar nichts tun. Das sind Anweisungen vom Senat, an die wir uns auch halten müssen.“. Da war ich dann … Ich bin jetzt auch nicht so gebildet was Recht angeht und ich dachte mir ok, die können dann wahrscheinlich auch nichts für, bringt ja jetzt nix mit denen da eine Stunde zu diskutieren und habe gesagt „Ok“

 

Habe mich dann ans Gesundheitsamt gewandt, habe da angerufen, habe es ihnen auch geschildert, weil mein Sohn hat an sich Atemprobleme. Die meiste Zeit ist eine Seite seiner Nase immer zu. Er wurde auch mal operiert an den Ohren. Die Polypen wurden rausgenommen. Er hatte also schon immer Probleme mit dem Atmen.

 

Maurice: Hm.

 

Nisrine: Habe dann aber beim Gesundheitsamt angerufen, weil ich mir dachte, da er sowieso Probleme hat, wird er wahrscheinlich freigestellt von dieser Maske. Hab’s dann erst mal telefonisch probiert. Da war eine Dame am Telefon, die zu mir gesagt hat, dass die KV einen Rundbrief an die Ärzte geschrieben hat, dass JEDER Mensch einen rechtlichen Anspruch hat, bei gesundheitlichen Vorerkrankungen oder Belastungen eine Maskenbefreiung zu bekommen.

Aber ich sollte mir doch, wenn es nicht dringend notwendig wäre, keine [Befreiung] holen, weil der psychische Schaden, der mein Kind danach erleidet, weil es anders behandelt wird, noch viel größer wäre als der gesundheitliche Schaden vom Masketragen. Da war ich… Das hat mich dann so runtergezogen, weil ich mir dachte „Boah, scheiße, was machst du denn jetzt?“, weil, so tust du ihm was an und so tust du ihm psychisch was an und ich wusste dann erst mal gar nicht, was machst du? Ich habe es dann erst mal so gelassen, weil die dann auch nur noch in den Gängen die Maske tragen mussten.

 

Maurice: Hat dich das verunsichert?

 

Nisrine: Ja, natürlich. Ich mache mir wirklich Sorgen um mein Kind und die Psyche. Abgesehen von diesen ganzen körperlichen Sachen: um die Psyche meines Kindes mache ich mir Sorgen, dass er sich einfach nicht normal entwickelt durch diese ganze Angst, die er mittlerweile hat.

 

Ich sprach dann mit dem Gesundheitsamt. Ich habe es dann dabei belassen, weil es in seiner Schule dann hieß, dass sie sie nur noch in den Gängen tragen mussten und dann dachte ich mir, na gut, lass es erst mal so.

 

Dann bekam ich einen Anruf von einer Lehrerin: Ich soll sofort kommen. Mein Sohn blutet aus der Nase und es strömt heraus und hört nicht auf. Jemand soll sofort kommen. Mein Vater hat ihn dann abgeholt. Dann wurde die Blutung gestillt. Ist nichts weiter vorgefallen. Er hatte keine Beschwerden. Ich glaube, erst beim 2. Mal bin ich erst ins Krankenhaus gegangen.

 

Danach ist er weiter zur Schule gegangen. Da ist es wieder passiert. Dann bin ich mit ihm ins Krankenhaus gefahren. Die haben ihn untersucht.

 

Maurice: Kurz dazwischengefragt: Hatte er vorher auch schon mit Nasenbluten zu tun?

 

Nisrine: Ganz selten und auch nicht so heftig. Wenn überhaupt, hatte er nur leichtes Bluten, ganz normal, aber nix Besorgniserregendes. Beim 2. Vorfall vom Nasenbluten war er bei meinem Vater an einem Freitag. Er rief mich an und meinte „Du musst sofort kommen!“. Mein Vater macht keinen Stress ohne Grund. Der ist ein ganz Entspannter. Er meinte „Dein Sohn blutet so schlimm. Das ganze Bad ist voll! Es hört einfach nicht auf!

 

Dann bin ich von meiner Schule nach Hause gefahren zu meinem Sohn. Er hat uns zum Krankenhaus gebracht. Hab mit der gesprochen und ihr alles erzählt. Sie hat ihn untersucht und gemacht. Auf meine Maskensache ist sie gar nicht eingegangen. Das überhören die dann einfach im Krankenhaus. Ich dachte mir auch, es ist nicht die richtige Stelle jetzt dafür. Da musst du schon zum Kinderarzt.

 

Habe sie untersuchen lassen. Sie hat nix gefunden. Sie sagte, es war wahrscheinlich ein Gefäß, das geplatzt ist. Ich dachte mir ok. Bin wieder nach Hause gegangen. 3 Tage lang hatte er dann jeden Tag Nasenbluten, richtig heftig.

Maurice: In der Schule?

Nisrine: In der Schule auch 1x. Die wissen auch davon. Die riefen mich ja an, ich soll ihn abholen.

 

Maurice: Ich meine die 3x, von denen du gerade berichtest hast.

 

Nisrine: Es war 1x in der Schule und der Rest war dann zu Hause.

 

Maurice: Mh, ok.

 

Nisrine: Dann wollte ich zum Arzt gehen um mal mich zu informieren wegen der Maskenbefreiung, weil es ja anscheinend erst losging als er diese Maske trug und er auch öfters in der letzten Zeit Kopfschmerzen hatte und bin dann zum Kinderarzt gegangen.

 

Der Kinderärztin habe ich alles geschildert. Die fing auch direkt an, als ich erzählt habe, dass ich mir denke, dass es von der Maske ist, wurde sie schon unsympathisch. Da hat man schon gemerkt, es gefällt ihr gar nicht, was ich da sage. Da sagte sie zu mir: „Wir sind mitten in einer Pandemie und natürlich ist es gut, wenn die Kinder Maske tragen und das schützt.

 

Und da sagt sie NEBEN meinem Sohn, dass, wenn die das nicht machen, dann seine Großeltern sterben vielleicht, weil er sie dann damit ansteckt. Da dachte ich mir dann auch wieder … Sie meinte: „Es gibt keinen Indikator und ich schreibe Ihnen jetzt eine Nasensalbe auf.“

 

Da meinte ich: „Was ist denn mit der Maskenpflicht?“. Da wurde sie richtig aggressiv und meinte zu mir „Lassen Sie mich ausreden!“ und ich habe sie ausreden lassen. Ich habe ca. 15 Sekunden gewartet und habe erst dann gesprochen. „Nein, kann ich jetzt nicht einfach so geben.“. Da meinte ich: „Dann geben Sie es mir bitte schriftlich, dass Sie mir das nicht geben können, weil ich möchte mich rückversichern, dass ein Arzt mir gesagt hat, es hat keine gesundheitlichen Folgen und, dass Sie erachten, dass er eine Maske tragen kann.

 

Da meinte sie: „Das kann ich jetzt nicht einfach machen. Ich überweise ihn jetzt erst mal an den HNO-Arzt. Wenn ich mit ihm Rücksprache gehalten habe, dann können wir darüber entscheiden, ob er eine Maskenbefreiung bekommt.“

 

Sie ist in einem Ärzte-Netzwerk glaube ich. Ich hatte damals mal was unterschrieben. Ich bekam mein Kind mit 18, also so schlau war ich damals noch nicht. Da hat sie mich was unterschreiben lassen, aber ich konnte mich noch daran erinnern und habe sie gefragt, ob ich eine ärztliche Bindung an sie habe. Sie meinte: „Ja, du hast damals etwas unterschreiben, dass wir zusammen ein Team sind.“, irgendwie sowas meinte sie dann. Da meinte ich: „Ja und was muss ich machen, wenn ich das aufheben möchte?“. Sie meinte: „Nichts“

 

Ok, am Ende des Gesprächs war sie so sauer. Da meinte sie auch zu mir: „Unsere Zusammenarbeit ist auf jeden Fall jetzt beendet nach diesem Thema. Wir bringen dieses Thema zu Ende und dann bin ich der Meinung, sollten wir unsere gemeinsame Zusammenarbeit beenden.“. Da meinte ich: „Ja, auf jeden Fall, weil ich Sie nicht  mehr für kompetent genug halte.

 

Da meinte sie: „Ich kann auch gegen Sie juristische Schritte einleiten, wie Sie mit mir reden.“. Ich meinte: „Ich habe sie nicht beleidigt. Meines Erachtens nach sind Sie nicht kompetent genug meinen Sohn zu behandeln und wenn Sie juristische Schritte einleiten wollen, dann tun Sie das bitte.

 

Auf jeden Fall bin ich am gleichen Tag noch zum HNO-Arzt gefahren. Der war der Knüller. Bin dann hin, rein zum Arzt, hab ihm kurz die Situation geschildert. Er hat kurz mal in die Nase und in die Ohren geguckt, hat so einen Druck-Test in den Ohren gemacht, hat auch nix gefunden, hat gesagt „Ich sehe da jetzt nix.

 

Ich meine, der hat ja nicht mal Sauerstoff gemessen. Ich denke, wenn man so was wissen will, muss man mindestens eine halbe Stunde die Maske anziehen und mit dem O2-Gerät messen, ob das jetzt runtergeht, ob er zuviel… Man muss es doch irgendwie messbar machen. Man kann doch nicht sagen, das ist jetzt nicht so, nur weil er nicht chronisch krank ist.

 

Maurice: Ja, definitiv.

 

Nisrine: Da sagt er zu mir: „Hören Sie mal zu: Mit diesen FFP-2-Masken, die wir tragen, da kriegt man vielleicht weniger Luft, aber mit Alltagsmasken kriegt man zu 100% Sauerstoff.

 

Da habe ich ihn gefragt, woher er das weiß und seit wann allgemein denn Masken vor Viren schützen. Ist mir fremd, hab ich noch nie gehört. Guckt er mich an: „Mit Ihnen diskutiere ich nicht!“. Da meinte ich: „Ok, ist kein Problem, können Sie mir bitte schriftlich geben, was Sie mir gesagt haben?“. Er: „Nein, kann ich nicht.“

 

Maurice: Schade, dass du keine Verpackung von so einer Alltagsmaske. Da steht’s nämlich sogar drauf.

 

Nisrine: Steht nicht mal mehr drauf. Habe letztens mal geguckt. Die haben das komplett weggemacht. Da steht nur noch Alltagsmaske und das war’s. Da ist keine Beschreibung mehr. Das haben die schon weggemacht.

 

Maurice: Da würde die Bundesregierung wahrscheinlich sagen: Wir machen das, damit wir die Bürger nicht weiter verunsichern oder so was.

 

Nisrine: Jaja, weil, was die machen, ist schon Verunsicherung genug. Ich habe noch nie… Die Menschen leben seit wie vielen Jahren auf der Erde? Schon lange. Ich glaube, noch nie musste jemand eine Maske tragen, damit er überlebt. Ich glaube, die Leute haben vergessen, dass es ohne Tod kein Leben gibt.

 

Z. B., die Kinderärztin hatte mich gefragt, ob es mir denn egal wäre, wenn meine Eltern sterben. Natürlich ist es mir nicht egal. Es macht mich traurig, aber es ist der Lauf der Dinge, wenn die an Corona sterben, dann ist deren Zeit gekommen und sie sterben. Das ist der Lauf der Welt. Alle sind so fanatisch am Leben festzuhalten, aber das Leben endet für uns alle und keiner wird davonkommen. Ob du 15 Masken trägst oder nicht, wirst du sterben, da kann dich auch ein Auto überfahren. Dann musst du zu Hause bleiben, wenn du Angst hast.

 

Naja, auf jeden Fall wollte der HNO-Arzt mir auch nichts Schriftliches geben. Er sagte mir „Ich schreibe einen Brief an Ihre Kinderärztin und den Rest müssten Sie mit ihr klären, aber von mir bekommen Sie gar nichts Schriftliches.“. Es war mir dann auch zu blöd und sagte „Ok, dann halt nicht. Ich kläre es mit der Ärztin.“

 

Sie hatte mir schon ein Schreiben aufgesetzt – ich weiß gar nicht wo ich das habe – was mein Sohn ihr beschrieben hat, dass er Nasenbluten hat und – ah da ist es – Kopfschmerzen, über Müdigkeit klagt, also eigentlich alle Symptome, die man so kennt, hatte sie mir dann einen Brief geschrieben, dass er Nasenbluten hat und Angst bekommt, wenn es anfängt zu bluten und er hat auch Kopfschmerzen.

 

Da schrieb sie: „Um den Grund seines Nasenblutens abzuklären, sollte er zum HNO-Arzt. Eine Überweisung dazu hat er erhalten. Danach kann man über eine Maskenbefreiung entscheiden.

 

Heute war ich zufälligerweise noch mal bei dem Kinderarzt, weil mein Sohn auch krank ist und ich eine Krankschreibung für meine Schule brauchte. Ich wurde da behandelt wie der letzte … Ich glaube, die wussten alle, was da vorgefallen ist. Da war so ein Vibe. Die haben mich alle gehasst und ich dachte mir „Was habe ich euch getan?“. Ich bin ein sehr freundlicher Mensch. Ich habe immer Respekt, aber ich äußere auch meine Meinung. Das muss man auch akzeptieren.

 

Maurice: Ja, die Meinung ist heutzutage nicht mehr gefragt, gerade im Jahr 2020 in der „neuen Normalität“

 

Nisrine: Also vor 1 Jahr hätte ich das nicht für möglich gehalten und schon gar nicht… Mein Vater kommt aus dem Libanon. Da gibt es vielleicht so was, dass du lieber nicht deine Meinung, wenn du eine andere vertrittst, als die, die in der Gegend vertreten wird. Da sagst du lieber nichts laut. Aber in Deutschland hätte ich das nicht erwartet.

 

Maurice: Ja.

Nisrine: Auf jeden Fall habe ich dann zu der Schwester gesagt, sie soll mich doch bitte kontaktieren, wenn sie das Schreiben bekommt von dem HNO-Arzt, damit wir das Thema zu Ende bringen, weil ich die Zusammenarbeit danach bei der Krankenversicherung beenden möchte, um mir einen neuen Kinderarzt zu suchen. Sie meinte, dass sie mich kontaktiert, aber ich denke mir, ich muss da hinterherlaufen und mich keiner freiwillig von denen kontaktiert.

 

Maurice: Mh.

 

Nisrine: Vor 1 Stunde rief mich zufälligerweise der Schulleiter zurück, dem ich auch schon einige Mails geschrieben habe, dass der mich bitte kontaktieren soll. Ich habe ihm erklärt… Erst haben wir allgemein über die Maskenpflicht gesprochen. Er hat zu mir gesagt, das sind Senatsentscheidungen und, dass die da irgendwie zusammensitzen und, - ich weiß nicht, wie diese ganzen Verbände heißen, mit denen die sich da treffen – dass es zusammen entschieden wurde. 

Die Schule meines Kindes habe über die Beschlüsse des Senats hinaus noch weitere Regeln beschlossen, also die gehen noch weiter, also nicht nur die Beschlüsse des Senats, sondern die haben noch mehr Einschränkungen als vorgeschrieben. Habe mit ihm erst mal bisschen diskutiert und danach sagte er „Mitten in einer Pandemie! Ach, das nervt mich so!“

 

Eine Pandemie, das weiß ich … Ich bin 27, hab mich noch nie mit Politik oder Recht beschäftigt. Hat mich alles noch nie interessiert bis jetzt. Und er … Hab vergessen was ich sagen wollte. Ich bin so aufgebracht. Dass mitten in einer Pandemie … genau.

 

Da sagte ich ihm: „Sie wissen schon, dass eine Pandemie eigentlich erst ausgerufen wird anhand von Todeszahlen. Haben Sie sich mal gefragt, warum die das geändert haben und dass Infektionszahlen keine realen Zahlen sind? Es ist doch eine völlig falsche Berichterstattung! Da wird nicht mal die Fehlerquote benannt! Gar nix!“

 

Wenn du ein völlig unaufgeklärter Mensch bist und nicht weißt, was im Gesundheitswesen abläuft, dann machen die Zahlen Angst. Warum gibt man nicht reale Zahlen? Warum schmeißt man irgendwelche Zahlen um uns zu erklären was für eine Zahl das ist? Da meinte er: „Ich möchte jetzt nicht darüber diskutieren, ob es diese Pandemie gibt oder nicht!“. Ich sagte: „Ja, müssen wir ja auch nicht. Es geht ja auch um was anderes.“

 

Da fragte ich ihn, wer denn dafür haftbar gemacht wird, weil jeder irgendwie die Haftbarkeit von sich abschiebt. Da meinte er zu mir: „Eigentlich keiner. Keiner kann dafür haftbar gemacht werden, weil es in dem Sinne gar keine Pflicht gibt, an Schulen eine Maske zu tragen.“. Was mich dann wieder völlig verwirrt hat.

 

Ich dachte mir: Hä? Wie? Meine Schwester fliegt von der Schule, wenn sie keine Maske trägt und kriegt einen Tadel. Mein Sohn wird aufs Übelste angemeckert von diesen Lehrern, wenn er die Maske nicht richtig trägt. Wie kann es keine Pflicht geben, aber die Kinder werden so behandelt?

 

Darauf sprach ich ihn an, weil es in der Klasse meines Sohnes auch ein Kind gab, das mal geweint hat und keine Maske anziehen wollte und die Lehrer sie ihm trotzdem angezogen haben. Daraufhin meinte er: „Ja, die Kollegen haben Angst und sind nicht richtig aufgeklärt. Es ist nicht so transparent für alle.“. Ok, dachte ich mir.

 

Maurice: Das ist so typisch, dass man die Schuld auf andere schiebt und keine Eigenverantwortung übernimmt und selbständig mal bisschen recherchiert.

Nisrine: Ganz genau. Ich fragte ihn „Wie kommen Sie darauf?“, auch zum Schulleiter „dass diese Masken vor Viren schützen? Von wo haben Sie das?“. Er sagte: „Es wurde in einer Studie belegt, dass Masken, wenn 2 sich miteinander unterhalten, das Risiko um irgendeine Prozentzahl niedriger ist.“. „Andere Studien sagen was anders. Sie ziehen hier 1 Studie heran von den Mainstream-Medien, aber es gibt Tausende andere Studien, sogar von Oxford-Professoren, Stanford, Harvard, die haben auch schon eine Petition herausgegeben. Sind die denn alle dumm und nur wir hier wissen Bescheid?

 

Nur Herr Drosten weiß Bescheid, der Typ, der sowieso einen an der Waffel hat? Ich weiß nicht, ich dachte immer, die Politiker sind seriös, aber alle, die die zu Rate gezogen werden, sind für mich keine seriösen Menschen, denen man Glauben schenken kann. Ich bin nicht oberflächlich, es hat auch nix mit Aussehen zu tun, aber:

 

Ich finde, man sieht einem Menschen, wenn er den Mund aufmacht an, ob da was Gutes rauskommt, oder ob er es schlecht meint. Und die sehen einfach alle aus, als ob die es schlecht meinen. Das, was die sagen, kommt mir nicht so vor als ob die das machen, weil die mich oder irgendwelche Leute schützen wollen. Denen geht es um ihr eigenes Wohl. Weiß ich nicht was die da machen, was die da wirklich vorhaben. Keine Ahnung.

 

Im Endeffekt hat der Schulleiter dann zu mir gesagt, dass er jetzt 2 Visiere bestellt hat und es mein Sohn ja mal ausprobieren kann, aber es an sich keine Maskenpflicht gibt und wenn er das nicht anziehen möchte, dann muss er es auch gar nicht anziehen.

 

Da meinte ich: „Können Sie bitte Ihren Kollegen sagen, dass die bitte meinen Sohn in Ruhe lassen sollen, weil ich möchte nicht, dass er an jeder Ecke angemacht wird, weil er keine trägt, weil das ist auch wieder eine psychische Belastung.“. Er meinte: „Ich sage den Kollegen Bescheid.“. Aber ich war auf derselben Schule wie mein Sohn und ich kenne die schon da. Die sind nicht so nett zu ihm. Nicht so mitfühlend.

 

Maurice: Also meine persönliche Meinung ist: Wenn du deinen Sohn jetzt ohne Maske in die Schule schickst und ihn vorher für sein Alter entsprechend aufklärst, dann haben du und dein Sohn eine großartige Chance unglaublich persönlich zu wachsen an der Situation. Dein Sohn hat die Chance jetzt unglaublich stark zu werden.

 

Ich glaube, wenn du das richtig anstellst – wir können auch gerne im Anschluss miteinander sprechen – dann wird dein Sohn nicht geschwächt, sondern gestärkt aus der Situation gehen. Aber die Maske jetzt aufzusetzen, weil man Angst hat, dass er irgendwie ausgegrenzt wird, ist der falsche Weg.

Ich glaube, der richtige Weg ist: Maske ablassen und deinem Sohn die richtigen Werkzeuge an die Hand geben, damit er damit gut umgehen kann und Wachstum daraus generiert.

 

Nisrine: Ich denke, so lernt er auch Menschen einzuschätzen. Genauso lernt man: Wer ist wirklich ein netter Mensch und wer meint es wirklich gut mit mir und wer ist nur darauf aus … Gerade bei den Lehrern merkt man ja auch, dass die gerne ihre Unzufriedenheit in der Schule auslassen. Das habe ich in meiner Kindheit auch oft gemerkt.

 

Viele wurden ja von Mitschülern gemobbt. Ich wurde immer von den Lehrern gemobbt, also ich habe das echt zu spüren bekommen. Ich weiß schon wie die drauf sind und so. Deswegen denke ich, ist es gar nicht schlecht, wenn er die Erfahrung macht und guckt, wer ihn wirklich mag und wer ihn …

 

Maurice: Vielleicht das noch für alle, die zuhören: Es reicht eigentlich schon aus, wenn du deinem Sohn mitteilst, dass die Lehrer, die ihn immer darauf hinweisen, dass er bitte die Maske aufzuziehen hat, dass er evtl. seine Großeltern dadurch töten könnte, wenn er keine trägt, usw., dass diese Lehrer einfach nur Angst haben und ihn gar nicht persönlich meinen, denn sie würden es ja mit jedem anderen Kind ganz genauso handhaben.

 

Und das ist schon mal ganz viel wert. Als ich das irgendwann für mich verstanden habe, dass, wenn ich über die Straße gehe – ich habe das Beispiel schon woanders genannt – und jemand pöbelt mich an, dann meint derjenige mich nicht persönlich, sondern der würde jeden anderen wahrscheinlich auch anpöbeln. Es sei denn, es war ein Zufall und ihm passte gerade meine Nase nicht, aber ich nehme das nicht persönlich. Kinder nehmen alles persönlich und wenn man ihnen allein das erklärt… Viele Leute denken glaube ich, dass Kinder blöd sind.

 

Kinder müssen einfach nur viele Sachen verstehen und dann ist das alles in Ordnung, dann können die damit auch gut umgehen.

Nisrine: Genau, denke ich auch. Ich habe noch eine Frage an dich: Es gibt diesen einen Vordruck von den Klagepaten, den ich auch dem Schulleiter geschickt habe. Er sagte zu mir, dass das schon vor Gericht in Düsseldorf im Eilverfahren abgelehnt wurde. Stimmt das?

 

Maurice: Ja, kann gut sein. Einige Fälle wurden abgelehnt.

Ich finde es aber toll, dass du so mutig und stark bist, so empfinde ich dich auf jeden Fall. Das bist du auch. Vielleicht versuchst du auch mit anderen Eltern zu sprechen.

Nisrine: Habe ich schon. Die sind da alle … Hauptsache, die Schule hat auf und ich kann mein Kind zur Schule bringen, aber mehr leider nicht.

 

Maurice: Verstehe. Wir beide sprechen im Anschluss noch mal. Du schickst deinen Sohn auf jeden Fall ohne Maske in die Schule?

 

Nisrine: Ja, auf jeden Fall.

 

Maurice: Super, das finde ich gut. Visier brauchen wir nicht. Das ist genauso ein Quatsch und quasi wie die Wahlen: Ich weiß nicht was ich wählen soll, weil alles irgendwie Käse ist …

 

Nisrine: Ja genau und dann wähle ich einfach irgendwas.

 

Maurice: Sehr schön. Liebe Nisrine, dann danke ich dir von ganzem Herzen, dass du dir die Zeit genommen hast.

Nisrine: Ich danke dir.

 

Maurice: Gerne. Möchtest du vielleicht noch einen Appell an andere Mütter richten? Möchtest du denen vielleicht noch was sagen?

 

Nisrine: Dass die alle nicht alles mitmachen sollen und eine Regel ist nicht eine Regel und man hält sich dran. Man muss selber nachdenken und selber darüber gucken, wie sein Kind sich entwickelt und wie es damit umgeht und wenn es schlecht für eure Kinder ist, dann müsst ihr aufstehen und was sagen.

 

Wenn alle nix sagen, dann wird nix passieren! Das bringt nichts, wenn man einfach sagt: „Ach das sind jetzt die Regeln und wir halten uns dran.“, weil ich glaube nicht, dass es besser wird.

Wenn wir so weitermachen und alles mit uns machen lassen: Holla die Waldfee! Was am Ende da rauskommt, will ich gar nicht wissen, was sie noch alles mit uns machen.

Maurice: Ja. Wenn wir nicht tun, dann wird mit uns getan!

Nisrine: Ganz genau! Wenn wir das zulassen, dann sind wir selber schuld am Ende. Wenn wir nichts machen und sagen „Ja, ok“, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn am Ende die Kacke am Dampfen ist.

 

Maurice: Meine Empfehlung immer:  Fernseher und Radio aus dem Fenster schmeißen und anfangen Bücher zu lesen.

Nisrine: Ja, Mainstream sowieso.

 

Maurice: Und zu recherchieren, Studien zu lesen, usw..

 

Nisrine: Genau, aber es ist schwer heutzutage eine verlässliche Quelle zu finden, weil es gibt auf der einen Seite Mainstream-Medien, auf der anderen Seite gibt es sowas wie Telegram, aber auch bei Telegram ist wieder alles beisammen.

 

Man muss halt selber wirklich schauen, was stimmt, was stimmt nicht und sich auch nicht Angst machen lassen. Ich habe gemerkt: Viele machen viel Angst. Aber das bringt auch nix. Wenn wir uns mit negativen Gefühlen vollstauen, bringt das nichts. Es bringt einfach nix.

 

Maurice: Wir haben mindestens 2 Intelligenzen in uns wohnen. Zum einen unsere Intuition, unser Bauchgefühl und zum anderen unseren Verstand. Und das sind Erfahrungswerte, die wir sammeln, wenn wir es uns angewöhnt haben, selbständig zu recherchieren. Und du sagst gerade: Da weiß man auch nicht welcher Quelle man glauben soll. Das weiß ich manchmal auch nicht.

 

Nisrine: Intuitiv!

 

Maurice: Genau, ich lasse mein Gefühl … Wenn ich schon ein schlechtes Gefühl bei dem Text habe, den ich lese, dann weiß ich, da stimmt irgendwas nicht. Und dann – das brauche ich dir nicht zu sagen, weil du es eh machst – nimmst du dir 5-12 Artikel und vergleichst die alle miteinander, investierst 2 Stunden Zeit und liest das alles und vielleicht liest du es noch ein 2. Mal und investierst noch eine Stunde. Das muss man halt tun. Man muss halt seine Zeit investieren, aber ich finde, es lohnt sich definitiv.

 

Nisrine: Ja, selbst denken ist halt nicht so leicht, ne? Ich glaube, viele machen es sich auch bequem und denken sich „Ich nehme jetzt die Meinung an, weil es viel zu schwer wäre, mir ein eigenes Bild zu schaffen.“, aber wie gesagt, ich habe mich vorher nie mit solchen Themen befasst. In 2 Wochen wusste ich, was Sache ist, denn es ist nicht schwer zu erkennen. Wenn man wirklich will, dann erkennt man das.

 

Maurice: Ja, es ist halt schwierig, wenn man das ganze Leben lang mitgelaufen ist, sich hat führen lassen und genau das hatten wir im Lockdown erlebt, als die Kinder auf einmal auf sich allein gestellt waren beim Homeschooling. Man hat die dort hingesetzt und gesagt „Mach deine Aufgaben“ und die Kinder waren teilweise gelangweilt, überfordert, genervt und gestresst aus dem einfachen Grund, weil sie in der Schule eine Struktur haben:

Ihnen wird gesagt, was sie zu tun haben und dann machen sie das. Zuhause müssen sie auf einmal der Selbständige sein und alles selbst organisieren. Und anstatt, dass die Schulen den Kindern Unterstützung geben und vielleicht mal 1 Stunde Coaching machen, in dem man den Kindern erklärt, dass sie jetzt auf sich alleine gestellt sind und, dass deswegen die Schwierigkeiten in ihnen entstehen und man ihnen einen Plan an die Hand gibt, wie sie damit umgehen können – nein – werden sie mit Aufgaben zugeballert mit irgendeinem Nonsens, den kein Mensch braucht.

Nisrine: Ganz genau. Alle fixieren sich nur auf körperliche Beschwerden, aber ich habe noch nie jemanden gehört, der auf die Psyche achtet. Das geht hier völlig verloren in unserer Gesellschaft, dass die Psyche mindestens so wichtig ist und ich finde sogar noch wichtiger als mein körperliches Befinden, aber das interessiert keinen. Ich glaube, die haben gar kein Empfinden und denken, das gibt es gar nicht sowas wie Psyche.

 

Maurice: Du hast absolut Recht: Die Psyche ist extrem wichtig, weil die meisten körperlichen Beschwerden entstehen ja …

 

Nisrine: durch die Psyche, ganz genau. Aber dass man dann die Kinder so behandelt.

 

Mir sagte die Kinderärztin, als ich meinte, „er ist doch noch ein kleines Kind“: „Was? Kleines Kind?!“. Ich meine, er ist 8 Jahre alt. Sie meinte „Nee, das ist kein kleines Kind.“. Also…

 

Maurice: Ja Nisrine, deswegen leisten wir glaube ich hiermit wieder einen guten Beitrag.

 

Nisrine: Ich hoffe es!

 

Maurice: Wir wünschen allen Eltern, die das hören viel Mut und Kraft.

 

Nisrine: Ganz genau!

 

Maurice: Steht auf, widersetzt euch, führt nicht einfach blind aus, sondern geht in die Eigenverantwortung und informiert euch und dann tut was.

 

Nisrine: Ja, denkt nicht, dass die euch alle lieb haben und das machen, weil die euch so schrecklich lieb haben. Das ist leider nicht so.

 

Maurice: Nisrine, wir sprechen gleich noch im Anschluss. Ich danke dir recht herzlich und danke dir.