„STEHT AUF FÜR EURE KINDER“

 

Maurice: Mein Name ist Maurice Janich, ich bin Pädagoge und Visualisierungstherapeut. Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen und ich habe es mir in der Corona-Zeit zur Aufgabe gemacht, Kindern eine Stimme zu geben, sie zum Thema Maske tragen in der Schule zu interviewen und heute habe ich die-10jährige Svea bei mir. Herzlich willkommen liebe Svea. 

Svea, die 1.Frage, die ich mitgebracht habe heute heißt, wann musst du denn in der Schule die Maske tragen? 

 

 

Svea: Im Schulhof und im Klassenwechsel.

 

 

Maurice: Aha. Und innerhalb des Gebäudes, müsst ihr die Maske dort auch tragen?

 

Svea: Ja.

 

Maurice: Ok. Wie ist das am Platz? Müsst ihr dort die Maske tragen?

 

Svea: Also, ich hab ein Attest also ich muss es nicht tragen. Ich darf es abziehen und die anderen müssen es tragen.

 

Maurice: Aha, verstehe. Wie geht's dir denn damit, dass die anderen Kinder die Maske tragen müssen. Welche Gedanken und welche Gefühle entstehen denn da in dir?

 

Svea: Also, ich sehe, dass es denen nicht gut geht mit der Maske. Sie sehen krank aus.

 

Maurice: Aha und gibt es da auch Kinder, die sich dahingehend schon geäußert haben also haben die Kinder vielleicht von Symptomen gesprochen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten?

 

 

Svea: Manche haben gesagt, dass sie Kopfschmerzen haben.

 

 

Maurice: Aha. Svea, hast du selbst auch schon mal eine Maske getragen?

 

Svea: Ja.

 

Maurice: Wie lange hast du sie aufgehabt ungefähr?

 

Svea: Ähm. So 5 Minuten oder so.

 

Maurice: 5 Minuten? Und wie ging's dir die 5 Minuten mit der Maske? Kannst du da mal kurz beschreiben, welche Gedanken vielleicht in dir aufgetaucht sind und welche...

 

Svea: Ich hatte eine Panik und ich hatte auch keine Luft mehr bekommen.

 

Maurice: Panik und keine Luft mehr bekommen. Ok. Und wie hast du dich gefühlt als du die Maske wieder abgesetzt hast? 

 

Svea: Gut, weil ich da Luft wieder bekommen habe.

 

Maurice: Ja, das verstehe ich total. Svea, erzähl mir mal, wie informierst du dich bezüglich Corona? Guckst du die Nachrichten oder liest du was im Internet oder kriegst du von anderen Menschen etwas erzählt?

 

Svea: Nein.

 

Maurice: Und woher kriegst du deine Informationen?

 

Svea: Meine Mutter.

 

Maurice: Von deiner Mutter. Ok, super. Und jetzt bist du ja maskenbefreit. Das finde ich schön. Dennoch die Frage: Würdest du lieber zu Hause bleiben im Moment oder passt das für dich so in der Schule?

 

Svea: Ich bin zu Hause.

 

Maurice: Du bist zu Hause. Du gehst tatsächlich nicht in die Schule?

 

Svea: Nein.

 

Maurice: Und warum bist du zu Hause? Warum gehst du nicht in die Schule?

 

Svea: Maskentest.

 

Maurice: Ah, es gab eine Testung an eurer Schule.

 

Svea: Ja.

 

Maurice: Ok. Und du hast dich nicht testen lassen.

 

Svea: Nein. Ich hatte Angst.

 

Maurice: Ja, das kann ich gut verstehen. Und jetzt hast du wahrscheinlich die Auflage 2 Wochen in Quarantäne zu bleiben.

 

Svea: In Quarantäne nicht, aber ich bin zu Hause trotzdem geblieben.

 

Maurice: Aha ok. Und wirst du in den nächsten Wochen wieder in die Schule gehen oder bleibst du weiterhin zu Hause?

 

Svea: Ich habe die Schule gewechselt. Jetzt.

 

Maurice: Ok, das heißt, du gehst nach den Ferien dann auf eine andere Schule.

 

Svea: Ja.

 

Maurice: Aha, prima. Svea, erzähl mir mal, was wünschst du dir für die Zukunft in Bezug auf Corona aber vielleicht auch so allgemein? Hast du da einen Wunsch oder vielleicht sogar mehrere Wünsche?

 

Svea: Dass es wieder so wird wie früher. Dass wir halt keine Maske mehr tragen müssen und so. Normal leben halt.

 

Maurice: Normal leben. Könnte es vielleicht auch noch besser werden als vorher, als früher?

 

Svea: Das wünsche ich mir sehr.

 

Maurice: Kannst du vielleicht beschreiben, was man da noch verbessern könnte aus deiner Sicht?

 

Svea: Dass die Kinder angehört werden.

 

Maurice: Kannst du das nochmal sagen?

 

Svea: Dass die Kinder angehört werden.

 

Maurice: Dass die Kinder angehört werden. Das finde ich auch ganz wichtig, Svea, weil ich finde, dass die Kinderstimmen viel zu kurz kommen und dass auf die Kinder viel zu wenig gehört wird. Und du hast mir im Vorfeld erzählt, dass du schon das eine oder andere Interview gehört hast. Und ich finde, da sind ganz viele, superschlaue Kinder dabei, die was ganz Tolles zu sagen haben. Und deswegen finde ich das so toll, dass du das auch nochmal sagst, weil ich das so unglaublich wichtig finde, dass man euch viel mehr Stimme schenkt und besser zuhört.

 

Svea, gibt es denn noch irgendetwas, was ich dich vielleicht nicht gefragt habe, was du noch erzählen möchtest? 

 

Svea: Hmm. Nein.

 

Maurice: Irgendwas Positives oder irgendwas Negatives, was du in den letzten Wochen oder Monaten erlebt hast?

 

Svea: Also, dass jetzt manche wieder Masken tragen müssen und dass manche sagen halt „Tragt jetzt Masken!“ und so „Das ist wichtig! Haltet den Abstand!“ und so.

 

Maurice: Aha. Und das stört dich?

 

Svea: Ja.

 

Maurice: Was genau macht das mit dir? Kannst du das mit einem Gefühl beschreiben?

 

Svea: Hm, ich fühle mich schlecht dabei, weil ich möchte halt meine Freunde umarmen oder halt die Hand geben oder so.

 

Maurice: Ja und fehlt dir auch, dass du nicht mehr so richtig ins Gesicht schauen kannst, wenn die Menschen die Maske tragen? 

 

Svea: Ja, wir können nicht mehr viel unternehmen. So viele Läden sind geschlossen.

 

Maurice: Ja, wir werden ziemlich eingeschränkt. Ja.

 

Svea: Meine Mutter kämpft für uns immer. 

 

Maurice: Das finde ich toll. Und das sollten alle Menschen machen: Aufstehen und Kämpfen.

 

Svea, ich finde es ganz toll, dass du heute hier mit mir gesprochen hast. Das war ein sehr kurzes Interview, aber ich finde es sehr aussagekräftig. Ich freue mich schon sehr darauf, das zu veröffentlichen. Möchtest du den Menschen, die das hören werden noch irgendetwas sagen?

 

Svea: Steht auf für eure Kinder!

 

Maurice: Prima! Ich finde Svea, das ist ein ganz, ganz toller Satz zum Abschluss. Dann danke ich dir von ganzem Herzen, dass du dir heute die Zeit genommen hast und wünsche dir erst mal alles Liebe und Gute! 

 

Svea: Danke. Dir auch.