Maurice: Mein Name ist Maurice Janich. Ich bin Pädagoge und Visualisierungstherapeut. Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen und ich habe es mir in der Coronazeit zur Aufgabe gemacht, Kindern eine Stimme zu geben, sie zum Thema Maske tragen in der Schule zu interviewen, ihre Gedanken und Gefühle zu erfragen. 

 

Heute habe ich mal wieder ein Kind bei mir und den Vater des Kindes. Das ist der liebe Jonathan und der liebe Anatoli. Herzlich willkommen ihr beiden. Schön, dass ihr da seid. Ihr habt mir eine Mail geschrieben. Ah, ich glaube, es ist ein bisschen zeitversetzt, was ich sage. Macht nichts. 

 

Ihr habt mir eine Mail geschrieben, habt euch an mich gewandt, weil ihr die Interviews gehört habt und habt eine Geschichte zu erzählen, die sehr spannend ist. Jonathan, willst du mal anfangen zu erzählen, was da in der Schule passiert ist?

 

Jonathan: Ja. Am 1. Tag bin ich zur Schule gegangen. Ich hatte ein Attest und bin fast 2 Wochen lang ohne Maske herumgelaufen und einmal kam ein Lehrer zu mir und hat gefragt, ob meine Klassenlehrerin mir gesagt hat, wo ich mich hinsetzen soll und dann bin ich heruntergelaufen und habe „Nein“ gesagt.

 

Anatoli: Jetzt in der Coronazeit haben die 2 Bereiche, wo sich die Schüler in der Pause aufhalten. Das ist der Hof einmal und… 

 

Jonathan: der Sportplatz.

 

Anatoli: Genau. Der Sportplatz liegt am Hof an und da teilen sich die Kinder. Die einen gehen zum Sportplatz, die anderen bleiben im Hof. 

 

Jonathan: Die 3. und 4. Klassen gehen zum Sportplatz und die 1. und die 2. bleiben auf dem Schulhof.

 

Anatoli: Mhm.

 

Jonathan: Und dann kam ein Lehrer, der mich gefragt hat, ob mir die Klassenlehrerin schon gesagt hat, wohin ich mich hinsetzen und hingehen soll. Dann habe ich gesagt „Nein.“ und dann hat er gesagt, dass ich herunter gehen soll zu einer anderen Lehrerin auf den Schulhof. 

 

Dann bin ich herunter gegangen und dann hat sie gesagt, dass ich mich auf einen Stein setzen sollte. Dann habe ich gefragt „Warum?“. Dann hat sie gesagt „Weil du keine Maske hast und weil das in unseren Schulregeln steht.“.

 

Maurice: Mhm.

 

Jonathan: Und dann habe ich mich auf den Stein gesetzt und in der 1. und der 2. Pause saß ich auf dem Stein und am nächsten Tag bin ich nicht auf den Stein gegangen, sondern da bin ich einfach Spielen gegangen auf den Sportplatz wieder und dann ist noch eine Lehrerin gekommen und hat gesagt „Musst du nicht auf dem Stein sitzen?“. Ich habe gesagt „Nein. Wenn ich den Abstand einhalte, kann ich so spielen wie die anderen Kinder spielen.“.

 

Maurice: Mhm.

 

Jonathan: Dann hat sie gesagt „Du musst dich auf den Stein setzen.“. Dann bin ich wieder hingegangen zum Stein und als die Lehrerin weg war, bin ich vom Stein gegangen und habe unten gespielt und in der derselben Pause ist dann wieder eine andere Lehrerin gekommen und hat mir wieder gesagt, dass ich mich auf den Stein setzen sollte. Bin auf den Stein gegangen, aber dann stand schon meine Gruppe am Aufstellplatz und dann musste ich da hin gehen. Dann bin ich da hingegangen.

 

Maurice: Jonathan, ich finde, …

 

Anatoli: Beim Zweiten.

 

Maurice: Ich finde, du bist ein ganz toller, mutiger Junge. Das muss ich dir schon mal sagen. Das finde ich ganz toll. Jonathan, das heißt also, du musstest während der gesamten Pause auf einem Stein sitzen. Habe ich das richtig verstanden?

 

Jonathan: Ja.

 

Maurice: Ok. Kannst du sagen, wie du dich da gefühlt hast, dass du dich da auf einen Stein setzen musstest?

 

Jonathan: Blöd.

 

Maurice: Mhm. Kannst du das noch mit einem anderen Wort beschreiben, außer „blöd“?

 

Jonathan: Ich war traurig.

 

Maurice: Mhm. Traurig. Was noch? Warst du wütend?

 

Jonathan: Ja, bisschen.

 

Maurice: Mhm. 

 

Jonathan: Sonst nix eigentlich.

 

Maurice: Ok. Anatoli, ist ein starkes Stück, oder?

 

Anatoli: Ja, auf jeden Fall. Als er dann nach Hause kam und mir das erzählt hat, wusste ich nicht, was ich machen soll. Der 1. Gedanke war: Ich gehe in die Schule. Gut ist, dass ich erst in die Schule gegangen bin, als ich mich ein bisschen abgekühlt habe. Sonst hätte ich mir mehr glaube ich geschadet, wenn ich sofort hingegangen wäre. 

 

Aber die Vernunft hat nur um eine Haaresbreite gewonnen über meine Wut. Also, dass es heute so möglich ist, dass man einfach ein Kind, das nichts verbrochen hat im Grunde - auch wenn es was verbrochen hätte, ist das nicht normal, dass man es einfach auf einen Stein zur Schau hinsetzt. 

 

Er hat nix verbrochen und trotzdem musste er das machen. Dass das in Deutschland heute möglich ist, hätte ich nicht gedacht.

 

Maurice: Ja, im März hätten wir uns das noch gar nicht vorstellen können. März ist noch gar nicht so lange her.

 

Anatoli: Ja.

 

Maurice: Und das nimmt langsam ganz arge Züge an, die mir überhaupt gar nicht gefallen. Es geht nämlich in eine ganz bestimmte Richtung und so langsam müssen wir einfach aufstehen und das verhindern. 

 

Anatoli, ich finde es gut, dass du – ich wäre wahrscheinlich auch wütend geworden und hätte mich erst mal beruhigt. Gut, dass du das gemacht hast und dann erst die Schule kontaktiert hast. Hast du dann mit der Lehrerin telefoniert oder bist du vorbeigegangen?

 

Anatoli: Ich bin zur Schule gegangen, dann zum Direktor direkt rein und habe ihn darauf angesprochen und der hat so gemacht, als wüsste er nix davon, was ich dann später – Da kann ich noch was sagen, was sich als Lüge entpuppt hat, weil er wusste davon. 

 

Der hat so getan als ob er das nicht wusste und er wird das klären mit…. Ich wusste auch nicht, dass er das wusste. Ich dachte, es wäre ein Fehlverhalten von 2 Lehrern. Das habe ich ihm dann gesagt und er hat gesagt „Ich kläre das. Ich frage die Lehrer.“. Und dann am nächsten Tag ist er hingegangen. Ich dachte, das hat sich damit erledigt. 

 

Dann kam er nach Hause und sagte „Ich musste wieder auf einem Stein sitzen.“. Und da wusste ich echt nicht was ich machen sollte, weil, soll ich wieder zum Direktor gehen, der mich dann nur wieder anlügt, er weiß von nix?

 

Ich habe dann erst mal die Schulaufsichtsbehörde angerufen, das geschildert. Die Frau der Schulaufsichtsbehörde am Telefon, mit der habe ich schon einmal telefoniert. Es ging um ein Schreiben der Eltern von ganz Deutschland, wo viele Informationen standen, ob die Maske schädlich ist oder nicht. Unter anderem standen da auch Informationen über die Remonstrationspflicht der Lehrer und das wollte ich in der Schule vorlegen. Das war bevor das alles passiert ist. 

 

Der Direktor sagte mir, er würde das gerne machen, würde das annehmen, der kann das aber nicht machen aus rechtlichen Gründen. Ich müsste mich da an die Schulaufsichtsbehörde wenden. Das habe ich auch gemacht und die Frau hat mir – ich habe das der Frau auch so gesagt, der Direktor hätte nichts dagegen. Das ist ihre Entscheidung, ob ich das darf oder nicht und die hat mir sofort gesagt, der Direktor hätte ihr gesagt, er wäre dagegen. 

 

Maurice: Mhm. Ja. 

 

Anatoli: Das ist schon mal die 1. Lüge. 

 

Maurice: Denkst du, dass da schon ein Anruf stattgefunden hat, also, dass der Direktor schon vor dir dort angerufen hat?

 

Anatoli: Der hat schon vorher angerufen. Die Frau wusste über alles Bescheid um unsere Streitigkeiten vorher, weil ich habe das 1. Mal ein Attest vom Kinderarzt geholt und das auch mit großen, lauten Diskussionen. Ich habe erst ein Attest bekommen, als ich gesagt habe „Ich komme nie wieder in diese Praxis und es kann nicht sein, dass ein Arzt sich auf eine politische Position stellt und die Gesundheit der Kinder einfach vernachlässigt. Das kann nichts ein!“.

 

In erster Linie muss der Patient für den Arzt das Wichtigste sein und dann alles andere.“. Dann hat sie gesagt „Naja, ich habe Ihnen ja nicht gesagt, dass ich Ihnen nix ausstelle. Ich gucke mal, was ich da machen kann.“. Dann hat sie mir ein Attest ausgestellt, das ich erst draußen gelesen habe. Da stand nichts über die Maske. Da stand nur, dass er vorstellig war und, dass er schon vorher Atmungsschwierigkeiten hatte und sonst gar nix. 

 

Ich habe mir gesagt, wenn ich jetzt zurück gehe, ist das ja sinnlos, etwas anderes zu verlangen. Da habe ich das Attest beim Direktor abgegeben. Das war auch eine Geschichte. Ich bin da rein in die Schule ohne Maske, um das Attest abzugeben. Da habe ich mich gefühlt wie … 

 

Die Lehrer sind auf mich wie Hyänen drauf. „Was machen Sie hier ohne Maske?“ und „Sie dürfen hier nicht ohne Maske…“, „Ziehen Sie die Maske an!“ und da gab es also… Ich habe mich irgendwie zum Direktor durchgekämpft dann und habe ihm das Attest vorgelegt. 

 

Damals wusste ich noch gar nicht, dass man das Attest nicht abgeben muss, sondern er muss sich das nur durchlesen, kann sich Notizen machen, aber nicht in die Akte reinlegen. Ich habe das einfach abgegeben. Für mich war das so … Jetzt ist das erledigt schon mal das Thema. Er sollte keine Maske tragen. Wenn ich nicht weiß, ob die Maske gefährlich ist zu tragen oder nicht, dann mache ich das erst mal nicht. 

 

Maurice: Ja.

 

Anatoli: Der Direktor hat auch nicht sofort reingeschaut. Ich bin dann nach Hause, habe gesagt, ok, jetzt haben Sie das Attest, ist in Ordnung. Der rief mich aber nach 1 Stunde an und hat gesagt, „Das Attest ist nicht gültig. Da muss stehen, dass er von der Maskenpflicht befreit ist.“. 

 

Da habe ich ihm gesagt, „Er hat vorher schon Probleme mit Atmung gehabt und jetzt hat es sich durch die Maske verschlimmert und solange das nicht geklärt ist woher diese Probleme kommen, wird er keine Maske anziehen.“. 

 

Und zum wiederholten Male habe ich ihm gesagt, „Sollte ihn irgendein Lehrer zwingen eine Maske anzuziehen, dann werde ich den Direktor und den Lehrer anzeigen wegen Nötigung.“. - „Ja, aber solange das nicht geklärt ist, kann er ja die Maske tragen.“. Was für eine Logik! 

 

Ich soll also meinem Kind eine Maske anziehen und wenn es umfällt, dann kann man ja die Maske nicht mehr tragen. 

 

Maurice: Ich habe es schon so oft gesagt: In der „neuen Normalität“ ist die Willkür die neue Logik.

 

Anatoli: Ja.

 

Maurice: Jedenfalls hast du es dann am Ende des Tages geschafft, dass dein Sohn in der Schule keine Maske mehr tragen muss, aber dafür musste er dann auf dem Stein sitzen.

 

Anatoli: Genau.

 

Maurice: Und wie hat sich das jetzt …?

 

Anatoli: Erst ist mir ein Stein vom Herzen gefallen und dann habe ich mir gedacht, naja, wir sind mit dem Direktor so verblieben, dass wir zu anderen Ärzten gehen, erst mal das abklären und solange haben die das ruhen lassen.

 

Maurice: Mhm.

 

Anatoli: Und dann musste er sich auf den Stein hinsetzen. Und wie gesagt, bin ich dann zu dem Direktor hingegangen und habe gefragt und das war jetzt die 2. Lüge, dass er gesagt hat, er weiß nichts davon und er wird das klären. 

 

Und am nächsten Tag ist das wieder so passiert. Da habe ich die Schulbehörde angerufen und die Frau – das war jetzt das 2. Gespräch – die hat so ein bisschen verharmlostJa, ich verstehe das schon, das macht man nicht.“, aber ich soll mich doch nicht so aufregen und mein Kind muss ja weiter in die Schule gehen usw., usf.. Die hat die Schule angerufen, hat das geklärt und damit war es erst mal gut, aber für mich nicht.

 

Jonathan: Da musste ich noch nicht auf dem Stein sitzen als wir vom Kinderarzt das Attest geholt haben. Da musste ich noch nicht auf dem Stein sitzen.

 

Maurice: Erst ein bisschen später, ne?

 

Anatoli: Ja.Wir haben dann – das ist das Komische – vorher hatten wir ein ungültiges Attest und da war nix und dann hab ich verzweifelt nach Ärzten gesucht, die mir ein Attest ausstellen für ihn, habe nix gefunden. Nur durch eine Mutter in einer Gruppe bei Telegram „Eltern stehen auf – Fulda“  * grüßt sie *. 

 

Die haben mir dann einen Arzt empfohlen. Da sind wir hingegangen und der hat sofort ein Attest ausgeschrieben und gesagt „Kinder dürfen diese Maske nicht tragen.“ und das war ein Arzt, wo ich gesehen habe, dieser denkt erst mal an die Patienten und nicht an seine Wirtschaft. 

 

Und dann haben wir das Attest abgegeben und erst danach kam das mit dem Stein. Das Attest war gültig.

 

Maurice: Ja ok, verstehe.

 

Anatoli: Also das weiß ich nicht. Das darf man nicht sagen. Da weiß der Arsch nicht was der Kopf tut und umgekehrt.

 

Maurice: Ja, ich finde, das kann man ruhig mal so salopp sagen. Definitiv. Da kommt einem ja fast der Gedanke, dass da absichtlich Schikane betrieben wird, als wenn ein bockiges Kind sagt „So, jetzt habt ihr ein Attest. Jetzt muss der Junge keine Maske mehr tragen. Ha! Jetzt muss er auf dem Stein sitzen. Mal gucken was er dazu sagt.“ - so ungefähr.

 

Anatoli: Ja. Keine Ahnung. Wer noch nicht genug Angst hat, der kann jetzt noch mal hier ein bisschen mehr haben. Wer versucht jetzt hier einen Arzt zu kriegen um sich von der Maske zu befreien „Ja, guckt mal diesen Jungen an, der da sitzt, der nicht spielen darf.“.

 

Maurice: Ja. 

 

Anatoli: Das war ja klar. Die Freunde sind zu ihm gekommen und haben gesagt…

 

Jonathan: Die haben mich gefragt, warum ich hier sitze. Ich habe dann gesagt, dass mir das diese Lehrerin gesagt hat und dann waren die da, aber das hat ja auch gar keinen Sinn ergeben, weil ich saß ja da auf dem Stein und da kommen immer auch Kinder aus der 1A hin zu diesem Stein und es gibt ja solche Karten und da tauschen die diese Karten immer und da halte ich ja auch keinen Abstand.

 

Maurice: Jonathan, du hast das ganz gut erkannt. Ganz viele Dinge und Maßnahmen sind total sinnbefreit und deswegen sollten wir das immer hinterfragen und nicht einfach irgendwas glauben und irgendwas machen, weil alle das machen. Das ist ganz wichtig.

Anatoli, dann warst du ja in der Schule. Du hast mit dem Schulleiter gesprochen. Jetzt muss der Jonathan nicht mehr auf dem Stein sitzen, aber du gehst noch ein Stück weiter, oder? Du wolltest nächste Schritte einleiten?

 

Anatoli: Da war die Verbindung kurz weg. Hörst du uns?

 

Maurice: Ja, ich höre euch gut. Hört ihr mich auch? Super. Ja, die Verbindung ist gerade ein bisschen schlecht. 

Ich habe gesagt: Dein Sohn muss nicht mehr auf dem Stein sitzen und du wolltest weitere rechtliche Schritte einleiten. Ist das richtig?

 

Anatoli: Ja, natürlich. Das kann doch nicht sein, dass die Lehrer sowas machen! Ich meine: Lehrer! Die sind dazu da um den Kindern was beizubringen. Kinder müssen zu denen aufschauen. Wenn Lehrer sowas machen, dann muss das Konsequenzen haben.

 

Maurice: Ja.

 

Anatoli: Und ich habe dann auch angerufen, aber die Anwälte haben das auch irgendwie so, naja, für nicht so schlimm empfunden. So, naja „Sie machen sich die Schule zum Feind.“. Wieder dieselben Argumente. „Lassen Sie das.“ und so. 

 

Und dann bin ich irgendwann zu Justus Hoffmann gekommen, der beim Corona-Ausschuss tätig ist. Ich hatte ihn angerufen und er hat Verständnis dafür gehabt und hat auch gesagt, ich sollte erst mal die Schule anschreiben, damit ich was Schriftliches von der Schule habe, also eine Stellungnahme von der Schule.

 

Maurice: Ja.

 

Anatoli: Habe ich auch gemacht und leider – ich habe versucht ihn telefonisch zu erreichen – vergeblich. Dann bin ich zu Marcel Templin, der auch in diesem Corona-Ausschuss ist, was ich nicht wusste. Ich verfolge zwar die Arbeit von den Leuten des Corona-Ausschusses, aber ich wusste nicht – ich habe mir den Namen nicht gemerkt. 

 

Da war eine andere Telefonnummer wo ich angerufen habe und der Herr Templin hat gesagt, „Davon habe ich schon was gehört von dem Jungen, der auf dem Stein sitzen muss.“ und dann hat sich das herausgestellt, dass der Herr Justus Hoffmann ihm das schon erzählt hat, aber, dass die momentan ein Haufen Arbeit haben von Leuten, die sich beschweren, die sie dann vertreten. 

 

Und der hat gesagt, dass ich das mit meiner Rechtsschutzversicherung klären sollte, wieviel und was die übernehmen und dann soll ich ihm das Schreiben von der Schule schicken und dann übernimmt er den Fall. Leider wieder dasselbe Problem. Ich habe das alles gemacht und ihn angeschrieben, habe gewartet und wenn ich eine Antwort bekomme, habe ich keine bekommen. Telefonisch probiert: Hat nicht geklappt. 

 

Erst durch WhatsApp habe ich eine Nachricht geschrieben, ob er jetzt dabei bleibt oder nicht. Hat er mir geschrieben, ja, er übernimmt den Fall, nur es dauert halt ein bisschen.

 

Maurice: Super. 

 

Anatoli: Bis jetzt noch nicht, also mal gucken.

 

Maurice: Ok. Aber ich schätze dich so ein, du bleibst da dran, bis du das erreicht hast, was du erreichen möchtest, richtig?

 

Anatoli: Auf jeden Fall. Ja.

 

Maurice:  Anatoli, möchtest du noch ein Wort an andere Eltern richten?

 

Anatoli: Es ist schwierig den Eltern irgendwelche Empfehlungen zu geben. Es ist momentan so eine schwierige Zeit und jeder muss irgendwie gucken, dass er erst mal für sich selber erst mal alles irgendwie in Ordnung bringt. Und wenn das aber nicht klappt, dann gibt es… 

 

Wenn ich was den Eltern sagen soll, dann sollten sie nicht denken, dass sie alleine sind mit den Problemen. So habe ich am Anfang auch gedacht. Dann hat sich herausgestellt, es gibt viele Menschen, die genauso denken wie ich.

 

Maurice: Ja.

 

Anatoli: Es werden immer mehr.

 

Maurice: Ja.

 

Anatoli: Und meistens sind das ja die Eltern, die sich informieren und wenn man sich informiert, kommt man zu Leuten. Es gibt „Eltern stehen auf“. Das ist eine gute Adresse. Da kann man sich austauschen. Da sind Eltern mit den gleichen Problemen. Da kann man sich Informationen und Hilfe holen. 

 

Maurice: Super. Ja.

 

Anatoli: Aber allgemein sollte man einfach… Es gab Zeiten in der Geschichte wo sich Menschen gewehrt haben unter …

 

Maurice: Unter viel schwierigeren Bedingungen.

 

Anatoli: unter Lebensgefahr, aber trotzdem haben sie das gemacht. Und heute haben wir nicht so viel zu riskieren. Mein Gott, eine Strafe, eine Auseinandersetzung, aber gerade, wenn es um Kinder geht, da lasse ich mir nix gefallen.

Maurice: Ja. 

 

Anatoli: Um meine Kinder. Allgemein sollte jeder Vater und jede Mutter denken.

 

Maurice: Ja.

 

Anatoli: Es sind unsere Kinder. Das ist die Zukunft.

 

Maurice: Ja.

 

Anatoli: Und an uns liegt es, welche Zukunft die Kinder haben werden. 

 

Später werden die Kinder fragen „Auf welcher Seite standest du damals, als das passiert ist?“ und dann wäre es mir nicht peinlich zu sagen: „Auf dieser.“.

 

Maurice: Ja.

 

Anatoli: Das muss man sich überlegen.

 

Maurice: Sehr schön Antoli. Tolles Schlusswort. Ich wollte noch was hinzufügen, aber das muss ich gar nicht. Deswegen können wir das so stehen lassen. Ich kann das so unterschreiben wie du das gesagt hast. 

 

Jonathan, magst du auch noch was zum Schluss sagen? Magst du vielleicht noch was den Kindern sagen, die das hier vielleicht hören, oder auch den Eltern? Möchtest du noch was sagen?

 

Anatoli: Den Kindern? Den Eltern?

 

Maurice: Jonathan, vielleicht kannst du uns verraten: Woher nimmst du denn deinen Mut, weil ich finde, du bist sehr mutig? Woher nimmst du deinen Mut?

 

Jonathan: Weiß ich nicht.

 

Maurice: Weißt du nicht. Ist ein Mut, der eine Stärke ist, die in dir ist, oder?

Warst du schon immer so mutig?

 

Anatoli: Wenn es drauf ankommt.

 

Jonathan: Das ist eigentlich nur 1x passiert, oder?

 

Anatoli: Dass du mutig sein musstest? Sonst war ja immer alles in Ordnung.

 

Maurice: Ja, ganz toll. Jonathan, du hast das prima gemacht. Und Antoli, ich finde es toll, dass du da weitergehst, dass du dich einsetzt. Deinen Appell fand ich prima. Ich danke euch beiden für das Interview und wünsche euch erst mal für die Zukunft alles Liebe und Gute.

 

Anatoli: Ja, dir auch. Mach weiter so. 

 

Jonathan: Danke.

 

Anatoli: Danke dir.

 

Maurice: Gerne.

 

Anatoli: Ciao.

 

Jonathan: Tschüss

 

Maurice: Ciao.