Ich: „Wie geht es dir?“

Mädchen: „Gut und dir? Wie waren deine Ferien?“

Ich: „Sehr gut, danke. Die Ferien waren erkenntnisreich, lehrreich, herausfordernd, abwechslungsreich und sehr sehr schön. Und deine?“

Mädchen: „gut“

Ich: „Möchtest du ein paar Details erzählen?“ 🙂

Mädchen: „ich habe mich gut erholt.“

Ich: „Du hast dich gut erholt? Wovon hast du dich denn erholen müssen?“

Mädchen: „Von der Schule und dem ganzen Stress“

Ich: „Verstehe. Kannst du dir vorstellen, dass du irgendwann gar keine Erholung mehr benötigst?“

Mädchen: „Nicht wirklich. Wie soll das funktionieren!?“

Ich: „Das können wir gern gleich besprechen. Was stresst dich denn eigentlich?“

Mädchen: „Ich müsste mehr für die Schule tun und gerate deswegen oft in Konflikt mit meinem Vater“

Ich: „Und das stresst dich?“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Verstehe. Wieso entstehen denn Konflikte zwischen euch?“

Mädchen: „Ich bin halt faul.“

Ich: „Achso? Wie kommst du darauf, dass du faul bist?“

Mädchen: „Das sagen meine Geschwister und mein Vater, wenn er von der Arbeit kommt.“

Ich: „Okay, aus welchem Grund schreibt dein Vater dir Faulheit zu, sobald er nach hause kommt?“

Mädchen: „Wenn ich z.B. auf der Couch liege und mein Vater in diesem Moment nach hause kommt sagt er, dass ich faul bin. Er sagt, dass er den ganzen Tag arbeiten geht, ich auf der Couch liege und nichts mache. Das macht mir ein schlechtes Gewissen!“

Ich: „Hat dein Vater die Entscheidung arbeiten zu gehen selbst getroffen? Hat dein Vater seine Arbeit selbst ausgesucht?“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Okay, dann hast du also nichts mit seiner Arbeit zu tun?“

Mädchen: „Eigentlich nicht“

Ich: „Prima. Dann darfst und solltest du also in deiner Zeit, in deinem Leben tun, was du tun möchtest unabhängig davon, was andere gerade tun und das ohne ein schlechtes gewissen zu haben? Oder soll ich dich jetzt immer anrufen wenn ich auf der Couch liege und dich fragen, ob das in Ordnung ist?“

Mädchen: „Ja, ja, ja, nein“ 🙂 

Ich: „Folgender Vorschlag: lege dich auf die Couch wie bisher und genieße es. Kurz bevor dein Vater nach hause kommt stehst du auf. So vermeidest du den Konflikt. Deinem Vater geht es besser und dir auch.“

Mädchen: „Okay“ 🙂 „Aber ich habe trotzdem noch Stress.“

Ich: „Gut, erzähl mir, was dich weiter stresst und danach überprüfen wir, ob du tatsächlich faul bist, einverstanden?“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Was stresst dich denn?“

Mädchen: „Ja wenn ich z.B. zum Bus muss und weiß, dass der in 3 min fährt. Dann beeile ich mich, ich gehe schnell und habe dann Stress.“

Ich: „Musst du denn diesen Bus nehmen? Du könntest mit dem nächsten fahren und hättest keinen Stress.“

Mädchen: „Das geht nicht, weil ich dann meine Aufgaben zu Hause nicht mehr schaffe.“

Ich: „Okay, sprechen wir gleich über deine Aufgaben zu Hause. Du sagst, dass dich das schnelle gehen zum Bus stresst, richtig?“

Mädchen: „Ja“

ich: „Dann behauptest du also, dass schnelles gehen stressig ist?“

Mädchen: „Äh, nein, schnelles gehen ist nicht stressig:“

Ich: „Hm, was ist dann stressig? Oder was verursacht den Stress?“

Mädchen: „Meine Gedanken!?“

Ich: „Yes! Du hast es! 🙂 Es sind deine Gedanken. Wenn du möchtest zeige ich dir, wie du wieder Herr deiner Gedanken wirst. Wir können gemeinsam ein Training für dich entwerfen.“

Mädchen: „Sehr gern!“

Ich: „Jetzt lass uns noch darüber sprechen, ob dein Vater und deine Geschwister Recht haben und du tatsächlich faul bist.  😉 Denkst du von dir selbst, dass du faul bist? Und wenn ja, warum?“

Mädchen: „Ja das denke ich. Ich mache halt wenig für die Schule. Ich habe keine Lust zu lernen.“

Ich: „Gehst du denn gern in die Schule? Würdest du auch in die Schule gehen, wenn du nicht müsstest?“

Mädchen: „Ich gehe ungern in die schule und würde nicht gehen, wenn ich nicht müsste!“

Ich: „Okay. Im Grunde genommen sollst du also für etwas lernen, wozu du gezwungen wirst?“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Und dazu hast du keine Lust“

Mädchen: „Ja genau!“

Ich: „Gut! Und würdest du das als Faulheit bezeichnen? Oder würdest du sagen, dass du einfach keine Lust hast aufgrund dessen, weil du es tun musst und eigentlich gar nicht willst?“

Mädchen: „Verstanden! Ich bin nicht faul! Ich habe keine Lust etwas zu tun, wozu ich gezwungen werde.“

Ich: „Super! Und das ist ein riesengroßer Unterschied!“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Sehr gut, dann lass und jetzt noch über das lernen sprechen.“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Lernen für etwas wofür, du dich eigentlich nicht interessierst ist. Es ist anstrengend, macht keinen spass und folglich hast du keine lust dazu. Lernen ist blöd.“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Ist lernen allgemein blöd?“

Mädchen: „Hm…ja schon“

Ich: „Wenn du dein Hobby ausübst und dir wirklich mühe gibst besser zu werden. Wenn du zusätzlich Fachlektüre liest, damit du verschiedene Techniken kennen lernst usw. Wie würdest du das beschreiben? Was tust du dann da?“

Mädchen: „Lernen, stimmt!“

Ich: „Jaaa! 🙂 und macht das spass?“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Muss dich jemand antreiben? Motivieren? Kontrollieren?“

Mädchen: „Nein!“

Ich: „Gut, dann lässt sich also nicht pauschalisieren, dass lernen blöd ist?“

Mädchen: „Genau“

Ich: „Was ist denn dann lernen?“

Mädchen: „Lernen macht Spass und fühlt sich leicht an, wenn ich mit Begeisterung dabei bin.“

Ich: „Du bist großartig! 🙂 und das ist auch noch einmal die Bestätigung dafür, dass du nicht faul bist!„ 🙂

Mädchen: „Stimmt“ 

Ich: „Wenn wir uns deine Aufgaben zu Hause anschauen erinnere mich doch bitte daran, dass wir darüber sprechen, wie du dir Dinge, die du überhaupt nicht magst, viel angenehmer gestalten kannst. Wie du Stress, Langeweile, Desinteresse etc. minimieren kannst. 😉 Das hat nämlich etwas mit deiner Einstellung gegenüber einer Sache zu tun. Schreib dir doch für den Moment einmal folgenden Satz auf: Verändere ich mein Inneres, verändere ich mein äußeres.“

Mädchen: „Ok“ 🙂

Ich: „Kommen wir noch einmal auf die anfängliche Frage zurück: Kannst du dir vorstellen, dass du irgendwann gar keine Erholung mehr benötigst?“

Mädchen: 🙂 „Noch nicht so ganz?“

Ich: „Du hast jetzt die Erkenntnis, dass lernen spass macht und dich nicht anstrengt, richtig?“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Du hast ausserdem die Erkenntnis, dass dein Stress durch deine Gedanken entsteht, richtig?“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Sehr gut. Das bedeutet also: Wenn du einer Tätigkeit nachgehst die du liebst, verspürst du spass und keine Anstrengung mehr, richtig?“

Mädchen: „Ja“

Ich: „Gut. Ich teile jetzt meine Erfahrung mit dir und verspreche dir: Du wirst nicht nur keine Anstrengung verspüren, sondern Energie bekommen! Wie klingt das?“

Mädchen: „Super!“ 🙂

Ich: 😉 „Zusätzlich hast du gelernt, wie du Herr deiner Gedanken wirst und somit keinen Stress mehr in dir entstehen lässt. Brauchst du dann noch Erholung?“

Mädchen: „Nein“

Ich: „Du bist toll! Setz das unbedingt für dich um. Du hast ein glückliches uns erfülltes leben verdient. Teile das, was wir gerade gemeinsam erarbeitet haben auch mit anderen menschen.“

Mädchen: „Vielen Dank! Das mache ich!“