Wenn Menschen zerbrechen...

Kennt ihr das, wenn in eurer Klasse alle Unsinn machen? Wenn sie Süßigkeiten hin und her werfen, wenn sie alle lachen, wenn sie sich gegenseitig irgendwelche Witze erzählen, die ihr nicht versteht? Ihr fürchtet euch schon vor der nächsten Unterrichtsstunde in besagtem Fach, hofft aber, dass es ausnahmsweise nicht so passiert. Aber sobald sich der Lehrer zur Tafel dreht und etwas anschreibt geht es wieder los. Die anderen machen blöde Witze, die als Scherz gemeint sind, aber ihr habt schon so viele Beleidigungen erlebt, das ihr das nicht als Scherz wahrnehmt. Wenn ihr es ansprecht heißt es immer: ,,Das war doch nur ein Scherz, nimm nicht alles immer so ernst!" Die Lehrer stimmen ihnen zu. Um all das zu vergessen versucht ihr in eine andere Welt zu verschwinden und  sobald ihr jemanden euer Herz öffnet, werdet ihr verletzt. Freunde wenden sich plötzlich von euch ab, da ihr nicht ,,cool" seid. Gäbe es da nicht diesen einen Menschen, den, der euch immer unterstütz hat, dem ihr alles anvertrauen könnt, mit dem ihr Lachen und Weinen könnt, würdet ihr zerbrechen. Wie ein Stück Porzellan, wie ein Stück Glas. Leute aus eurer Umgebung, die ihr nicht kennt, fangen an, euch zu beleidigen, ihr zieht euch immer mehr zurück. So etwas kann an keinem Menschen unbemerkt vorbeigehen! Ihr werdet still, obwohl ihr früher einmal nie den Mund halten konntet. Dann ist es zu spät. Zu spät um etwas dagegen zu tun, denn ihr werdet nie mehr dieselben sein. Eure Augen, die früher einmal geleuchtet haben, der Spiegel der Seele. Sie werden stumpf. Man wird an euren Augen sehen können, das ihr gebrochene Menschen seid. Wie ein weiser Mensch sagte: 

Wenn Menschen zerbrechen,

fangen sie an zu fallen. 

Sie trudeln hin und her.

Wie eine Feder. 

 

Der Wind treibt sie nach links.

Und nach rechts.

Manchmal hebt er sie wieder etwas hinauf. 

Nur  um sie im nächsten Moment wieder fallen zu lassen. 

Sie fallen immer tiefer.

Bis sie am  Boden aufschlagen.

Und ihre angeknackste Seele bricht.

Manche stehen wieder auf. Und fliegen hoch. Weil sie stark sind und nicht aufgeben. 

Manche brauchen eine helfende Hand.

Dann kommen Menschen, die denjenigen lieben und strecken ihre Hand nach ihm aus um dem Menschen wieder beizubringen wie man fliegt.

 

Und manche bleiben einfach liegen.

Und hoffen, dass sie einschlafen.

Sie starren in die Sterne.

Und tun nichts. 

Aber auch für die besteht noch Hoffnung.

Denn manchmal kommt ein Fremder.

Er lächelt die Person an.

Und hilft ihr auf.

Überall ist Hoffnung. 

Auch wenn man glaubt im Abgrund zu liegen.

Und einschlafen zu wollen.

[horsewotan  in Love. Peace. Faith. Hope. ]

 

So etwas ist mir passiert. Und das ist meine Geschichte:

 

Ich heiße Roxy und damals war ich elf Jahre alt. Da hat alles angefangen. In meiner Klasse. Sie haben mich beleidigt, gemieden und verachtet. Warum? Das fragt ihr euch jetzt wahrscheinlich genauso wie ich damals. Die Antwort: Keine Ahnung. Es war immer streng geheim, egal wie oft ich gefragt habe. Da hat alles angefangen. Ich habe mich immer weiter zurückgezogen. Jetzt bin ich dreizehn. Und es hat sich nichts geändert. Aber ich bin nicht schwach! Immer wenn ich über den Rand des Abgrunds klettern will, werde ich von einer unbekannten Person wieder hinabgestoßen. Mittlerweile liege ich dort unten... Und mach nicht einmal mehr den Versuch aufzustehen. Selbst wenn mir jemand aufhelfen will. 

Ich habe die Hoffnung - die eigentlich zuletzt sterben sollte - verloren. Das Feuer in meinen Augen ist erloschen. Vielleicht sogar für immer. Doch vielleicht... Ganz vielleicht. Kommt irgendwann jemand der in der Lage ist, mir zu helfen. Und dann werde ich die Chance ergreifen!

Text: Roxy, 13
Sprecherin: Isabell, 15

 

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Herzlichst, Dein Maurice